Geschichte von Emmi

2016

Das Jahr 2016 war geprägt durch gegenüber dem Vorjahr kaum veränderten Rahmenbedingungen: Schwierige wirtschaftliche Bedingungen in vielen Ländern, ein starker Schweizer Franken, rückläufige Umsätze des Handels und global tiefe Milchpreise. Dies alles zeigt sich in der Umsatzentwicklung, die nur knapp die eigenen Erwartungen erfüllte.

Dass Emmi 2016 dennoch ein gutes Geschäftsergebnis vorlegen konnte, verdankt sie einerseits dem bewährten Kostenspar- und Effizienzsteigerungsprogramm Emmi Operational Excellence (EOE), andererseits der stetigen Verbesserung der Produktportfolios. So lancierte Emmi 2016 unter anderem neue proteinreiche Produkte. Um näher an den Konsumenten zu sein, wurden im Rahmen eines Pilotprojekts in Luzern und Zürich zwei Take-Away-Ladengeschäfte unter den Namen YoBar eröffnet.

Die Weichen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft hat Emmi 2016 mit weiteren Akquisitionen gestellt: Den Anfang machte die deutsche Bio-Milchverarbeiterin Gläserne Molkerei, die seit Januar vollständig zur Emmi Gruppe gehört. Mit Bettinehoeve stiess kurz darauf der niederländische Ziegenfrischkäsehersteller zu Emmi. Im gleichen Zug übernahm Emmi die Mehrheit an Goat Milk Powder, einem Gemeinschaftsunternehmen von Bettinehoeve und der niederländischen Emmi Tochtergesellschaft AVH Dairy. Die Beteiligung am spanischen Ziegenmilchverarbeiter Lácteos Caprinos schloss das Jahr ab.

2015

2015 begann für Emmi – wie für viele andere exportorientierte Schweizer Unternehmen – mit einer grossen Herausforderung: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) gab die Aufhebung des Euro-Mindestkurses bekannt. Emmi reagierte mit Massnahmen auf verschiedenen Ebenen: Preiserhöhungen auf Exportprodukten, tieferen Beschaffungskosten im In- und Ausland sowie verstärkten Rationalisierungs- und Produktivitätssteigerungsmassnahmen. Zudem hielt Emmi auch in diesem schwierigen Umfeld an ihrem Entscheid fest, bewusst auf Geschäfte mit unzureichenden Margen zu verzichten. In der Folge büsste Emmi 2015 zwar 5 % an Umsatz ein, konnte ihren Reingewinn jedoch um gut 10 % steigern. Und dies, ohne Arbeitsplätze in der Schweiz abzubauen oder ins Ausland zu verlagern.

2014

Emmi startete mit einer neuen Organisation ins Jahr 2014. Diese wurde der zunehmenden Internationalisierung von Emmi angepasst. Das Unternehmen trennt nun Konzern- und Länderaufgaben klar und schafft die drei Regionen Schweiz, Americas und Europa. In diesem Jahr des Wandels konnte Emmi auch endlich ihren neuen Hauptsitz, auf dem Grundstück der ehemaligen Butterzentrale Luzern, beziehen.

2013

2013 konnte Emmi die 3-Milliarden-Franken-Grenze knacken. Dies gelang dank organischem und akquisitorischem Wachstum. Wichtige Markenplattformen wie Emmi Caffè Latte und Kaltbach wurden im In- und Ausland mit gezielten Aktivitäten unterstützt. Neu eingeführt wurden hochwertige Produktkonzepte wie Jogurtpur, ein Jogurt ohne jegliche Zusatzstoffe. Akquisitorisch hat sich Emmi mit der niederländischen AVH Dairy Trade BV (Ziegen- und Schafmilchprodukte), der schweizerischen Käserei Studer AG und dem italienischen Dessertproduzenten Rachelli verstärkt.

2012

Trotz eines anspruchsvollen Umfelds entwickelte sich Emmi 2012 gut und schloss das Jahr mit dem bisher besten Ergebnis der Unternehmensgeschichte ab. Zu verdanken war dies insbesondere dem internationalen Geschäft. Dort hat sich Emmi 2012 auch weiter verstärkt. So erhöhte Emmi im Juli die Beteiligung am spanischen Milchverarbeiter Kaiku auf 76 %, am französischen Käseverpackungsspezialisten Diprola auf 63 % und einen Monat später diejenige am italienischen Frischkäsespezialisten Venchiaredo auf 26 %. Eine internationale Ergänzung für den Bio-Bereich stellt die im Oktober erworbene Minderheitsbeteiligung (24 %) der Biomolkerei Biedermann am deutschen Biomilchverarbeiter Gläserne Meierei dar.

Auch Produkteinnovationen aus der Schweiz haben zum guten Ergebnis beigetragen. So wurde im März mit der Vanilla Tahiti Edition erfolgreich eine neue Varietät von Emmi Caffè Latte lanciert. Ebenfalls Anklang bei den Konsumenten finden die Neuheiten Emmi Mix-it Müesli, Emmi Chäs Schiibe und KALTBACH Der Cremig-Würzige.

2011

Emmi hat 2011 ihre Strategie konsequent weiter verfolgt. Die starke Position auf dem Heimmarkt wurde durch starke Markenkonzepte und die Lancierung zahlreicher Innovationen verteidigt. So hat sich beispielsweise der neue Emmi Milk Shake die Aufmerksamkeit des Marktes gesichert. Dem Wachstum in den ausländischen Schlüsselmärkten wird die Akquisition des italienischen Dessertproduzenten A-27 SpA zuträglich sein. Durch die Weiterentwicklung des Sponsoring-Engagements im alpinen Skisport ist Emmi auch auf den Skipisten immer präsenter. Seit der Saison 2011/2012 ist Emmi neuer Partner des Verbands Swiss Ski,  des Skifahrers Daniel Albrecht und des Nachwuchsprogramms SNOWStar.

2010

Emmi übernimmt am 1. Juli 2010 die Fromalp AG in Zollikofen. Mit der Integration des Käsespezialisten stärkt Emmi einerseits den Heimmarkt und andererseits die Position im Ausland vor allem im Fondue-Bereich. Im Rahmen der Markenstrategie positioniert Emmi ab der zweiten Jahreshälfte rund 150 Produkte unter der Dachmarke "Emmi" neu und präsentiert sie in einer einheitlichen Verpackung. Typische Schweizer Symbole und eine Berggipfel-Silhouette in den Farben Rot und Weiss sind die tragenden Elemente.

2009

Emmi übernimmt per 1. Januar den US-amerikanischen Käsespezialisten Roth Käse USA Ltd. und baut damit die Marktposition im Schlüsselmarkt USA weiter aus. In der Konzernleitung stehen Wechsel an: Mit Robin Barraclough (Marketing), Marc Heim (Verkauf) und Natalie Rüedi (Personal) nehmen drei neue Mitglieder Einsitz in das Führungsgremium. Im Sommer übernimmt Emmi eine Mehrheitsbeteiligung an der Genfer Nutrifrais SA. Damit gehört nun die bekannte Marke "TamTam" zum Emmi Produktportfolio. An der Generalversammlung vom 20. Mai wird Konrad Graber zum Nachfolger von Fritz Wyss als Verwaltungsratspräsident gewählt. Emmi definiert eine neue Sponsoringstrategie und richtet das Engagement auf den alpinen Skirennsport aus. Höhepunkt ist ein grosser Auftritt am legendären Lauberhorn-Rennen.

2008

Anfang März übernimmt Urs Riedener als CEO die Leitung der Emmi Gruppe. Urs Riedener war vor seinem Amtsantritt bei Emmi als Leiter Marketing und Mitglied der Generaldirektion beim Migros-Genossenschafts-Bund tätig. Über den Besuch von Roger Federer bei Tom Lüthi anlässlich des MotoGP in Estoril wird weltweit in den Medien berichtet.

2007

Die erfolgreiche Partnerschaft mit DJ BoBo wird fortgesetzt: Emmi und DJ BoBo unterzeichnen im Februar einen Vertrag für die nächsten zwei Jahre. Der im Jahr 2006 lancierte Swiss Alp wird im Rahmen des renommierten Dairy Innovation Award zum "Best new cheese 2007" gewählt. Anlässlich der Generalversammlung im Mai wird alt Bundesrat Joseph Deiss in den Verwaltungsrat der Emmi AG gewählt. Anfang Juli kündigt Walter Huber, CEO der Emmi Gruppe, seinen Weggang von Emmi an und wird neuer Leiter des Departements Industrie beim Migros-Genossenschafts-Bund. Im September präsentiert Emmi mit Urs Riedener, bisheriger Leiter des Departements Marketing bei Migros, den Nachfolger von Walter Huber als CEO. Am 3. Oktober lädt Emmi in New York zum grössten Fondue-Event (ausserhalb der Schweiz) ein.

2006

Im Januar kündigt Emmi eine strategische Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Käsehersteller Roth Ltd. an. Im Frühling lanciert Emmi eine Innovation im Käsebereich: Swiss Alp ist der erste Käse mit essbarem Kräutermantel. Am 1. April erfolgt der operative Start der Mittelland Molkerei AG am Standort Suhr. Mit der Zusammenführung der Produktionen in Luzern und Suhr stärkt Emmi die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Mit der Akquisition des norditalienischen Jogurtherstellers Trentinalatte im Sommer 2006 übernimmt Emmi erstmals eine grössere Produktion im Ausland. Im September informiert Emmi über die geplante Konzentration der zwei Schmelzwerke in Thun und Langnau. Weitere Projekte wie der Ausbau der Käseproduktion in Landquart oder des Käsereifungslagers in Moudon werden in Angriff genommen.

2005

Emmi überschreitet 2005 erstmals beim Umsatz die 2-Milliarden-Franken-Grenze. Mit der Aktienmehrheit an der Molkerei Biedermann in Bischofszell TG erhöht Emmi die Kompetenz im Biobereich und mit der Beteiligung an Cetra Alimentari SA baut das Unternehmen sein Käse-Spezialitätengeschäft aus. Emmi lanciert Choco Latte, den Jogurtdrink Evolus (Portugal und Schweiz) und stellt erstmal ein eigenes Glacesortiment vor. Mit der einer Minderheitsbeteiligung am spanischen Unternehmen Kaiku nimmt Emmi Lateinamerika ins Visier. Der Weltmeister Tom Lüthi fährt mit Caffè Latte: Emmi wird Hauptsponsor des Elit-Caffè Latte Racing Teams.

2004

Walter Huber übernimmt die Funktion des CEO von Fritz Wyss, der sich auf seine Funktion als Verwaltungsratspräsident konzentriert. Im März wird Caffè Latte lanciert. Der Dreh aus Milch und Kaffee wird zur erfolgreichsten Produkteinführung von Emmi. Im November kündigt Emmi eine Zusammenarbeit mit dem weltweit führenden Unternehmen Bongrain an, und im Dezember startet Emmi mit grossem Erfolg an der Börse (SWX).

2003

Die Akquisitionen führen zu einer Umsatzsteigerung von über CHF 500 Mio. sowie zur Integration von ca. 850 Mitarbeitenden: 2003 ist das Jahr der Konsolidierung. Ausbaustart des Betriebs Kirchberg (Konfektionierung) mit einer Investition von CHF 35 Mio. Aufbau von eigenen Vermarktungsgesellschaften in den wichtigsten Exportländern Italien, Deutschland, Frankreich und den USA.

2002

Dies ist das Jahr der Grossakquisitionen: Emmi übernimmt Teile der Swiss Dairy Food: das Sortenkäsegeschäft sowie die Traditionsfirma Gerberkäse AG und die Molkerei in Bern-Ostermundigen (mit den Marken Toni und Heidi). Damit festigt Emmi die klare Nummer-1-Position auf dem Käse und Frischprodukte-Markt und kann sich im internationalen Markt als das führende Unternehmen für Schweizer Käse positionieren. Die Produkteline Aloa vera in Deutschland erfolgreich lanciert.

2001

Erfolgreiche Platzierung einer nachrangigen Anleihe mit bedingtem Wandelrecht in der Höhe von CHF 71,3 Mio. Planung des Börsengangs im Jahr 2005. Akquisition Burra AG, die Gastrobelieferungsfirma im Grossraum Zürich per 1. Januar 2002. Inbetriebnahme des neuen Frischprodukte-Logistikzentrums in Emmen (Investition von CHF 33 Mio.).

2000

Inbetriebnahme der Coop-Molkerei in Basel, Start der Zusammenarbeit mit der Weichkäserei Baer AG in Küssnacht und dem Milchverband der Nordwestschweiz. Akquisition der im Fondue- und Schmelzkäse-Bereich tätigen Firma Zingg AG, Liebefeld, per 1. Januar 2002. Start der Feinlogistikfirma Emmi Interfrais SA durch die Übernahme der Baer Interfromage SA.

1998-99

Kauf und Inbetriebnahme des von Coop gekauften Käsezentrums Kirchberg ab 1999. Übernahme der Vertriebsgesellschaft J. Hosp in Österreich (heute Emmi Österreich GmbH). Emmi durchbricht 1999 mit CHF 1,009 Mia. Umsatz die Milliardengrenze.

1997

Kauf der international tätigen Käsehandelsfirmen Alfred Gerber AG, Thun; Farner & Co AG, Langenthal; Firma Bürki & Cie, Bern; Gebrüder Joost AG, Langnau.

1996

Einstieg in die Produktion von Functional Food mit "Aktifit". Inbetriebnahme eines Käsereifungslager in Emmen sowie einer Mozzarella-Fabrik in Dagmersellen.

1994-95

Wachstum durch Marktanteilgewinne bei Desserts und Mozzarella und durch Innovationen. Umsetzung eines Projekts zur strikten Kostensenkung.

1993

Generalversammlung am 23. Juni: Gründung des Unternehmens Emmi AG, eine moderne Spartenorganisation. Mit der Trennung der Verbandsaktivitäten von den kommerziellen Tätigkeiten stärkt Emmi die Kundennähe. 1993 wird die Strategie geschrieben, nationaler Marktleader zu werden und durch Exportausweitung resp. Lizenzvergaben eine Stärkung der Auslandtätigkeit anzustreben.

Ausbau im Käsesektor mit Übernahme der Refa Weichkäse AG und From Fresh AG in Kaltbach. Einrichtung einer Versuchskäserei im Betrieb Neuhüsern. Der Betrieb in Kaltbach wird zum Emmi Käsespezialitäten-Betrieb mit Naturreifung im Felsenkeller umgebaut.

1907-92

1907 gründeten 62 Genossenschaften den Zentralschweizerischen Milchverband Luzern (MVL). Dieser fasste 1919 durch den Kauf der Milch der Käsereigenossenschaft Neuhüsern in der Gemeinde Emmen im Kanton Luzern Fuss. Anfänglich wurde dort in den 1920er-Jahren Sbrinz-Käse hergestellt, in den 1940er-Jahren kam die Weichkäseproduktion dazu.

Während der beiden Weltkriege führte der allgemeine Nahrungsmittelmangel zu einer Kontrolle der Milchproduktion und -verarbeitung durch den Staat. Dieser wiederum delegierte die Umsetzung seiner Beschlüsse für die Milchwirtschaft an verschiedene Institutionen. So wurde 1944 im Raum Luzern die alte Sennhütte des MVL in Hasli-Emmen von der Emmentaler-Käserei zur Milchregulierstelle umgebaut. Die Milch aus Emmen versorgte zu dieser Zeit neben der Stadt und der Agglomeration Luzern auch das Tessin und Basel.

1947 wurde in Emmen erstmals Weichkäse und Jogurt unter dem Markennamen Emmi, in Anlehnung an die Gemeinde Emmen, vertrieben. Die Jogurts der Marke Emmi wurden anfänglich in Gläsern angeboten, ab 1962 im Kunststoffbecher. Um die Nachfrage befriedigen zu können, wurde 1966 die neu geschaffene Produktionsstätte "Milchhof" in Emmen in Betrieb genommen, wo man bald mit neuen Erfolgsprodukten wie "Coupe Chantilly" begann. Das Areal in Emmen bildete die Basis für die weitere Expansion von Emmi.

Ebenfalls bereits seit den 1960er-Jahren existiert die Produktionsstätte in Dagmersellen. Vor über 50 Jahren vom MVL erbaut, um die stetig steigenden Milcheinlieferungen verarbeiten zu können, wird dort noch heute Milchpulver hergestellt. In den letzten Jahren hat sich der Betrieb zudem zur grössten Schweizer Produktionsstätte von Mozzarella gemausert.