Wertschöpfungskette

Wir bieten in der Schweiz ein Vollsortiment an Milchprodukten an. Die meisten dieser Produkte durchlaufen einen grossen Teil ihres Herstell- und Veredelungsprozesses in unseren Betrieben. Ergänzend dazu bieten wir unseren Kunden in der Schweiz ein sehr breites Sortiment an Handelsprodukten von Partnerunternehmen. Aufgrund dieser Vielfalt an Leistungen weist unsere Wertschöpfungskette eine hohe Komplexität auf. Ebenso vielfältig sind die Nachhaltigkeitsaspekte entlang dieser Wertschöpfungskette von Emmi.

So ist die Herstellung von Milchprodukten ressourcenintensiv. Aus diesem Grund setzen wir viel daran, die Umweltauswirkungen unserer Geschäftstätigkeit zu minimieren. Bereits seit Mitte der 1990er-Jahre stellt eine betriebseigene Umweltorganisation sicher, dass die Leitlinien und Vorschriften eingehalten und regelmässig überprüft werden.

Umweltauswirkungen entlang der Wertschöpfungskette

Seit 1997 sind unsere Betriebe in der Schweiz nach der internationalen Umweltmanagement-Norm ISO 14001 zertifiziert und entsprechend auditiert. Unser zentrales Umweltmanagement hat alle umweltrelevanten Ressourcen und Emissionen auf dem Radar. In der Kommunikation nach aussen fokussieren wir auf den Stromverbrauch, den Wasserverbrauch und die Abfallmenge. Mit Blick auf die Umweltbilanz wurde in den vergangenen Jahren vor allem in der Schweiz eine Vielzahl an Massnahmen umgesetzt, um Wasser und Energie zu sparen sowie Abwasser, Abfall und den Verbrauch weiterer Hilfsstoffe zu reduzieren.

Entwicklung

Entwicklung steht für die Erfindung neuer und die Optimierung bestehender Produkte, Prozesse und Verpackungen. Emmi konzentriert sich bei der Entwicklung auf die Stärken des Unternehmens – die Produkte und deren Verpackungen. In der Grundlagenforschung wird mit Hochschulen, Forschungsanstalten und weiteren Partnern zusammengearbeitet.

Produktentwicklung

Die Innovationskraft ist ein zentrales Element der Unternehmenskultur und ein Erfolgsfaktor. In der Produktentwicklung beschäftigt das Unternehmen in der Schweiz rund 40 Personen, die bestehende Produkte verbessern, innovative neue Produkte kreieren und Produkte nach Kundenwunsch entwickeln. Bei der Entwicklung neuer Produkte hält sich Emmi an folgende Grundsätze:

  • Verzicht auf gentechnisch veränderte Organismen
  • Minimierung von Zusatzstoffen
  • Verzicht auf Konservierungsmittel
  • Verzicht auf Lysozyme in der Käseherstellung.

Verpackungsentwicklung

Emmi stellt alleine in der Schweiz rund 5000 verschiedene Produkte in 2000 unterschiedlichen Verpackungen her. Die für die Primärverpackungen am häufigsten eingesetzten Materialien sind Kunststoffe für Becher, Flaschen und Folien (ca. 12 000 Tonnen pro Jahr), Folie für die Herstellung von jährlich rund 250 Millionen Tetrapaks (ca. 4200 Tonnen pro Jahr) sowie Karton als Produktverpackung oder als Sekundärgebinde für den Transport (ca. 8500 Tonnen pro Jahr).

Rund um die Nachhaltigkeit von Verpackungen liegt der Fokus zumeist auf den für den Endkunden sichtbaren Primärverpackungen. Ebenso wichtig sind aber die Sekundärverpackungen.

Beschaffung

Emmi kauft ein. Und zwar jährlich für mehrere hundert Millionen. Zu den gewichtigsten Einkaufsposten zählen neben der Milch verschiedene Verpackungsmaterialien aus Kunststoff und Karton, Früchte und Fruchtgrundstoffe, Zucker, kakaohaltige Produkte (beispielsweise Schokolade), Kaffee und Aromen.

Milch

Weltweit kauft Emmi jährlich rund 1,7 Millionen Tonnen Milch. Dies entspricht der Milchmenge von rund 190’000 Kühen. In ihren Schweizer Produktionsbetrieben verarbeitet Emmi jährlich knapp 1 Million Tonnen Milch. Das entspricht rund einem Viertel der gesamte schweizerischen Milchmenge. Hinzu kommt die Milch, die Emmi in der Form von Schweizer Käse einkauft: rund 35’000 Tonnen jährlich. Dieser Käse stammt in der Regel aus gewerblichen Kleinstbetrieben («Dorfkäsereien»), wird von Emmi ausgereift, konfektioniert und dann an in- und ausländische Kunden vertrieben.

Die bei Emmi in der Schweiz verarbeitete Milch stammt von rund 6’500 Milchproduktionsbetrieben

Früchte

Jährlich kauft Emmi rund 7000 Tonnen Früchte und knapp 3000 Tonnen Fruchtgrundstoffe  für die Verarbeitung in der Schweiz ein. Besonders beliebt sind Milchprodukte mit Äpfeln, Himbeeren und Erdbeeren, wovon Emmi in der Schweiz jährlich mehrere Hundert Tonnen benötigt. Mit Ausnahme der tropischen Früchte beschafft Emmi ihre Früchte in Europa.

Kaffee

Kaffee ist für Emmi in der Schweiz ein zentraler Rohstoff. Das Erfolgsprodukt Emmi Caffè Latte differenziert sich gegenüber der Konkurrenz durch seine Qualität. Die frisch gerösteten Kaffeebohnen werden deshalb direkt im Produktionsbetrieb gemahlen, zu Espresso gebrüht und unmittelbar danach mit der frischen Milch gemischt. Der Qualität der Kaffeebohnen kommt in diesem Konzept eine sehr grosse Bedeutung zu. Die über 1000 Tonnen Kaffeebohnen, die Emmi jährlich einkauft, stammen ausschliesslich aus Rainforest-Alliance-zertifizierten Farmen. Für andere Milchprodukte, insbesondere Mocca-Jogurts, beschafft Emmi zudem jährlich weitere rund 100 Tonnen Kaffeeextrakt.

Zucker

Emmi verarbeitet in ihren Schweizer Produktionsbetrieben jährlich rund 6150 Tonnen konventionellen Zucker. Der grösste Teil des Zuckers wird aus Zuckerrüben gewonnen und stammt aus der Schweiz. Zusätzlich benötigt Emmi jährlich ungefähr 2150 Tonnen Rohrzucker für Bio- und Fairtrade-Produkte . Dieser wird in Süd- und Mittelamerika beschafft.

Produktion

Die Herstellung von Milchprodukten ist mit ressourcenintensiven Prozessen verbunden: Wasser, Energie, Menschen und Geld – von allem braucht es reichlich. Den mit Abstand grössten Hebel, wenn es um Nachhaltigkeit in der Emmi Wertschöpfungskette geht, haben demzufolge die Produktionsbetriebe.

Die hohe Komplexität und Vielfalt der Prozesse sind eine Herausforderung. Um die angestrebten international wettbewerbsfähigen Produktionsstrukturen zu erreichen, muss jeder Handgriff sitzen. Dafür gibt es «Emmi Operational Excellence». Jährlich resultieren aus zahlreichen Massnahmen in Betrieben im In- und Ausland Kosteneinsparungen in Millionenhöhe, eine höhere Effizienz und eine bessere Nachhaltigkeitsbilanz.

Distribution

Rund 30 Betriebe gehören in der Schweiz zu Emmi. Kleine Käsereien mit einer Handvoll Mitarbeitender wie die Fromagerie Develier oder  die Appenzeller Schaukäserei in Stein, Handelsunternehmen wie die Baumann Käse AG in Zollikofen oder die Emmi Frisch-Service AG in Schlieren, Grossbetriebe wie Ostermundigen oder Emmen. Die optimale Koordination der Rohstoff- und Warenflüsse von, zu und zwischen diesen Betrieben und zuletzt zu den Kunden zu finden, ist eine immerwährende Aufgabe für die Emmi Logistik.

Emmi betreibt zwei Netzwerke, welche miteinander verbunden sind: Ein Plattformnetzwerk, welches die Werke beziehungsweise Lagerorte mit rund 200 Abladeorten unserer Kunden verbindet und ein Feinverteilungsnetzwerk, welches in der ganzen Schweiz rund 4000 Lieferpunkte bedient. Kernstück der Netzwerke sind die Knoten Ostermundigen, Suhr, Emmen und Schlieren.

Wesentlichen Einfluss auf die Nachhaltigkeit der Logistik haben die richtige Wahl und Dimensionierung der Produktions- und Lagerstandorte, in der Kühl- und Tiefkühllogistik die Wahl der Energie- respektive Kältekonzepte, die Wahl des Transportmittels (Strasse, Schiene, Wasser, Luft), die richtige Wahl der Fahrzeuge das Wissen und Verhalten der eigenen Mitarbeitenden.

Im Emmi Netzwerk arbeiten rund 550 Personen, stehen täglich insgesamt rund 200 Fahrzeuge im Einsatz und werden täglich rund 8000 Paletten bewegt. Und das alleine in der Schweiz.

Marketing und Verkauf

Über die eigene Verkaufsorganisation vertreibt Emmi ihre Produkte in der Schweiz hauptsächlich an den Detailhandel, an die Gastronomie und die Nahrungsmittelindustrie.

Detailhandel

Emmi beliefert den Schweizer Detailhandel nicht nur mit Markenprodukten, sondern stellt auch zahlreiche Eigenmarkenprodukte her. Zudem führt Emmi ein umfassendes Handelssortiment, beispielsweise über die Tochtergesellschaft Baumann Käse AG, die auf den Vertrieb hochwertiger Käse aus ganz Europa spezialisiert ist.

Gastronomie

Die Kunden aus der Gastronomiebranche beliefert Emmi einerseits über die Tochtergesellschaft Emmi Frisch-Service AG, andererseits über verschiedene Grosshändler.
Das auf die Gastronomie zugeschnittene Sortiment von Emmi enthält preislich attraktive Grosspackungen, praktisch zu handhabende Formate, zum Beispiel Mozzarella-Stangen, und direkt servierbare Convenience-Produkte, wie beispielsweise Sbrinz-AOP-Hobelrollen oder Tête-de-Moine-AOP-Rosetten.

In der Zusammenarbeit mit der Gastronomie setzt Emmi auf die fachliche Unterstützung der Köche, beispielsweise durch Workshops mit externen Spezialisten. Ihre partnerschaftlichen Absichten bekräftigt Emmi mit ihren Engagement für die Schweizer Kochnationalmannschaften.

Industrie

Emmi beliefert verschiedene Nahrungsmittelhersteller mit Halbfertigprodukten, insbesondere Milchpulver und Butter. Diese Unternehmen sind nicht nur Kunden, sondern auch Partner, wenn es darum geht, die Interessen der Schweizer Nahrungsmittelindustrie zu vertreten, beispielsweise über die Föderation der Schweizerischen Nahrungsmittelindustrie (fial).

Konsumenten

Emmi verkauft ihre Produkte in der Regel nicht direkt an die Konsumentinnen und Konsumenten. Dennoch pflegt das Unternehmen diese Beziehung auf möglich vielfältige Weise. Am intensivsten über einen zentralen Konsumentendienst, der jegliche Anfragen rund um die in der Schweiz hergestellten Emmi Produkte koordiniert. Aber auch über grosses Degustationsteam, das jährlich rund 3000 Degustationstage bei verschiedenen Detail- und Grosshändlern durchführt.