Adieu Gotthardstau!

Seit knapp zwanzig Jahren ist die Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene ein Ziel der Schweizer Verkehrspolitik. Trotzdem fahren immer mehr Lastwagen durch den Gotthard. Dank der Zusammenarbeit mit der CoopTochter railCare sind seit Anfang 2013 kaum mehr Emmi Lastwagen darunter.

Viele von uns kennen den Stau am Gotthard an Ostern. Für Lastwagenfahrer ist er jedoch ein tägliches Ärgernis. Das Ziel, die Laswagenfahrten durch den Gotthardtunnel auf eine Million pro Jahr zu senken, wurde bis heute nicht erreicht. Grund dafür sind die raren Alternativen, die hohen Kosten sowie die logistischen Stolpersteine. Für Emmi war es bisher beispielsweise nicht möglich, Kunden direkt mit der Bahn zu beliefern. Bis vor Kurzem mussten die Container im Tessin wieder vom Zug auf den Lastwagen umgeladen werden, was mit grossem Aufwand und Zeitverlust verbunden war.

Flexibilität ist Trumpf

Die Coop-Tochter railCare springt nun in die Lücke und bietet eine modulare Transportkette an, indem sie sogenannte Wechselbehälter einsetzt. Die Vorteile von Lastwagen und Zug werden so flexibel kombiniert. Emmi hat sich dafür entschieden und sammelt alle Produkte für die Tessiner Coop-Filialen in Emmen, Kirchberg, Ostermundigen und Suhr. An diesen Standorten werden die transportbereiten Paletten in die Wechselbehälter verladen. Mit dem Lastwagen gelangen sie anschliessend nach Oensingen. Dort werden die Behälter auf den Zug umgeladen und per Zug via Gotthard direkt ins Coop-Regionallager in Castione gefahren. Pro Wechselbehälter können 16 Europaletten transportiert werden. Da das Bestellvolumen von Coop in Castione täglich variiert, kann die Anzahl der benötigten Wechselbehälter erst nach Bestellschluss bestimmt werden. Hinzu kommt, dass das Zeitfenster zwischen dem Bestelleingangbis zum Verlad noch enger geworden ist. Früher hatte man für Kommissionieren, Bereitstellen, Verladen, Transportieren und Lieferscheine drucken von 11 Uhr morgensbis 2 Uhr nachts Zeit. Heute muss alles bis 17.30 Uhr erledigt sein. Doch auch das schafft die Transportdisposition in Emmen!

Jährlich 720 Lastwagenladungen weniger

Der Aufwand lohnt sich: Monatlich rund 1200 Paletten werden heute mit dem Zug statt LKW durch den Gotthard transportiert. Das sind jährlich über 700 Lastwagenladungen und mehrere zehntausend Liter Kraftstoff, die eingespart werden können. Das freut die Umwelt und auch das Portemonnaie der Unternehmen. In Anbetrachtder trüben Aussichten für den Strassenverkehr ins Tessin ist die Verlagerung vom Lastwagen auf den Zug ein zukunftsträchtiges Modell. Sobald genügend Erfahrungen vorliegen, wird Emmi das Gespräch mit weiteren Kunden im Tessin suchen.