Mit Blau gegen Palettenklau

Neben mehr als 5000 eigenen Produkten bietet Emmi ihren Kunden ein Handelssortiment von weiteren rund 4000 Artikeln an. Diese Waren gelangen per Bahn, Lkw und Schiff in über 60 Länder. Ein Hilfsmittel, das den weltweiten Gütertransport vereinfacht, ist die Palette.

Sie sind aus Holz, messen 1.2 Meter auf 80 Zentimeter, sind gut 20 Kilogramm schwer und werden von exakt 78 Spezialnägeln zusammengehalten: die sogenannten Europaletten. Dieser europaweit anerkannte Standard vereinfacht die Logistik erheblich.

Auch Emmi nutzt diese Paletten. Der Kunde nimmt die Ware auf den Paletten entgegen und gibt uns im Gegenzug die gleiche Anzahl leere Paletten zurück. Das Problem: Emmi verschickt qualitativ gute Paletten und bekommt Brennholz zurück. Und je nach Land ist es eine verbreitete Unart des Handels, neuwertige Paletten der Lieferanten auf eigene Rechnung zu verkaufen. In der Folge muss Emmi alle retournierten Paletten überprüfen, ersetzen oder reparieren lassen. Die Kosten für Reparaturen und Ersatz belaufen sich auf einen hohen sechsstelligen Frankenbetrag jährlich. Grund genug, um nach Alternativen zu suchen.

Alle in die Verantwortung nehmen

Fündig wurde man bei CHEP (Commonwealth Handling Equipment Pool), einem internationalen Logistikunternehmen, das auf das Pooling von Paletten spezialisiert ist. Konkret bedeutet dies, dass die Paletten im Besitz von CHEP bleiben. Mieten statt kaufen ist die Lösung, auch für Emmi. Die Mietdauer endet für die Schweizer Emmi Betriebe mit der Auslieferung an die ausländische Tochtergesellschaft, und für diese wiederum bei der Auslieferung an den Kunden. So ist jedes Glied der Lieferkette selber für das korrekte Handling der Paletten verantwortlich.

Kosten markant senken

2011 wurden die auffälligen blauen CHEP-Paletten bei Emmi erstmals im Export nach Grossbritannien eingesetzt. Dieses Pilotprojekt zeigte, dass für Emmi relevante Einsparungen drinliegen: CHEP-Paletten sind weniger aufwendig in der Administration und kostengünstiger; Kontrolle, Tausch, Rücktransport, Reparatur und Ersatz von Paletten entfallen. Volker Bay, Leiter Supply Chain Management und verantwortlich für das CHEP-Projekt, betont daneben auch die Standardisierung in der Produktion und die Nachhaltigkeit. Immerhin versendet Emmi insgesamt rund 90 000 Paletten pro Jahr nach Deutschland, Spanien und Österreich.

Auch die Umwelt profitiert von CHEP

Bei CHEP ist die Ökonomie und Ökologie in Einklang. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tauschpaletten werden bei CHEP alle Materialien rezykliert. Als erstes Palettenunternehmen der Welt setzt CHEP zudem auch auf ein nachhaltiges Holzmanagement, das nach FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) zertifiziert ist.