Zucker – besser, als sein Ruf?
Zucker – besser, als sein Ruf?

Einst eine Kostbarkeit, inzwischen eine Massenware der Konsumgesellschaft. Zucker steht im Verruf und ist eine der meist diskutierten Zutaten in Lebensmitteln. Ihn einfach zu verteufeln, greift aber zu kurz. Denn er hat auch seine guten Seiten.

Zucker beschäftigt zur Zeit die Gemüter, weil der übermässige Konsum sich negativ auf unsere Gesundheit auswirkt. Übergewicht und Diabetes gehören zu den grössten Gesundheitsproblemen in Industrieländern. 44 Kilogramm zugesetzten Zucker konsumiert in der Schweiz jeder Einwohner pro Jahr, über 100 Gramm pro Tag. 25 Würfelzucker – eine eindrückliche Zahl. Darum ist klar, dass der Pro-Kopfkonsum gesenkt werden muss. Die jüngste Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, nicht mehr als 25 Gramm pro Tag zu konsumieren. Weniger ist mehr Auch in der Schweiz sorgt der Zuckerkonsum für Diskussionen. Unbestritten ist, dass bei diesem Thema nicht nur die Konsumenten, sondern auch die Nahrungsmittelhersteller eine Mitverantwortung tragen. Emmi zum Beispiel hat aus diesem Grund bereits in den letzten Jahren den Zuckergehalt diverser Produkte schrittweise reduziert. Dieser ist in den letzten 25 Jahren in einem grossen Teil des Jogurt- und Quarksortiments um 10 bis 30 Prozent gesenkt worden. Der Milchverarbeiter wird auch bei diversen neuen Produkten auf weniger Zucker setzen und hat in der so genannten «Erklärung von Mailand» 2015 versprochen, den Zuckergehalt in Jogurts weiterhin zu senken. Soeben ist ein vom Jogurt «YoQua» eine neue Sorte mit 50 Prozent weniger Kristallzucker lanciert worden. Perfekter Energielieferant Zucker in Nahrungsmitteln – ein schwieriges Thema. Ihn rundweg als ungesund abzustempeln, greift aber zu kurz. Zucker ist nicht per se «schlecht». Denn der Körper braucht Energie, um zu überleben. Und genau das liefert Zucker. Das Problem ist, dass wir mit zugesetzter Süsse – vor allem mittels Kristallzucker – oftmals mehr Energie aufnehmen, als wir brauchen. Was der Konsument aber vor allem sucht, ist Geschmack. Ähnlich wie Fett ist Zucker ein Geschmacksgeber. Reduziert man ihn, schmeckt das Produkt weniger intensiv. Hinzu kommt, dass Zucker bekanntlich für Glücksgefühle sorgt. Aber dieses Erlebnis ist auch mit etwas weniger Süsse zu haben. Wie heisst es so schön? Auf das Mass kommt es an. Dieses zu finden, liegt letztlich in der Verantwortung jedes einzelnen Konsumenten. Zucker im Reis, in der Milch Zucker ist in vielen Lebensmitteln natürlicherweise vorhanden. In der Milch ist es beispielsweise die Laktose, in Früchten die Fruktose. Beim zugesetzten Zucker ist es meistens Kristallzucker, der aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben produziert wird. In einem Jogurt sind durchschnittlich 13,2 Gramm Zucker pro 100g enthalten. Rund ein Drittel davon besteht aus Laktose und Fruktose, welche in der Milch und den Früchten enthalten sind, zwei Drittel macht der Anteil an Kristallzucker aus. Es gibt auch diverse Alternativen für zugesetzten Zucker, etwa Honig, Kokosblütenzucker, Dattel-, Reis- oder Ahornsirup sowie künstliche Süssungsmittel. Jogurt mit halb so viel Zucker «Yoqua –50% Kristallzucker» heisst die neue Sorte von Yoqua, die Emmi soeben in den Sorten Erdbeere und Waldbeeren lanciert hat. Gegenüber den herkömmlichen Yoqua haben die neuen Produkte nur noch halb so viel zugesetzten Kristallzucker.