Allerlei Milch-Kuriositäten

Seit Tausenden von Jahren gehört Kuhmilch zum Speiseplan der Menschen. Wie kam es, dass wir zu Milchtrinkern wurden? Wie steht es um die Milch von anderen Tieren? Ein kleiner Rundblick.

Vor rund 7500 Jahren wurde der Mensch zum Milchtrinker: Das ist ziemlich lange her. Zu dieser Zahl gelangt der Genetiker Mark Thomas vom University College in London in einer Forschungsarbeit. Darin hat er aufgezeigt, dass Menschen zu dieser Zeit im heutigen Rumänien und in Ungarn Milchprodukte zu sich genommen haben. Damals begannen die Menschen, gegenüber Laktose, dem Milchzucker, tolerant zu werden. Die Milchzuckerverträglichkeit begann sich auszubreiten. Die Folge: Milch von der Kuh als wichtiger Nährstoffspender gelangte auf den Speiseplan des Menschen. Der «Siegeszug der Milchtrinker» ging einher mit einer kulturellen Revolution: Der Erfindung der Landwirtschaft. Die Milch spielte dabei eine entscheidende Rolle. Sie half mit, die Zivilisation in Europa zu etablieren. 

Warum gerade Kuhmilch? Wahrscheinlich war es einfach naheliegend, denn die Rinderzucht war zumindest in Europa bereits verbreitet. Auch heute ist Kuhmilch immer noch die weitaus am häufigsten getrunkene und verarbeitete Milch. Dabei gibt es diverse andere Tiere, deren Milch für den Menschen eine Bedeutung hat. Auch wenn nicht jede Milchsorte jedermanns Sache ist: hier ein kleiner, unvollständiger Überblick: 

Büffelmilch 

Sie hat weniger Cholesterin als Kuhmilch, ist reich an Kalzium, Eisen und Vitamin A, preisen die Hersteller von Büffelmilch ihr Produkt an. Eher im Kleingedruckten ist zu lesen, dass sie dafür deutlich fetthaltiger ist als Kuhmilch. Sicher ist, dass Büffelmozzarella äusserst beliebt ist. 

Ziegenmilch 

Früher war sie umstritten wegen ihres eigenen Geschmacks, mit den modernen Herstellungsmethoden ist der «strenge Geruch» nur noch ein Gerücht. Bei Kennern beliebt ist vor allem Ziegenkäse. Unter der Marke «Le Petit Chevrier» stellt Emmi übrigens rund 15 verschiedene Ziegenkäse in der Schweiz her. In den USA, den Niederlanden und in Spanien produziert Emmi ebenfalls diverse Ziegenmilchspezialitäten. 

Schafsmilch 

Schafsmilch hat einen hohen Fett- und Eiweissgehalt. Beliebt ist hierzulande vor allem Schafskäse. Die zur Emmi Gruppe gehörende Bio-Molkerei Biedermann in Bischofszell ist die grösste Verarbeiterin von Schafmilch in der Schweiz. 

Kamelmilch 

Vom Eiweiss- und Fettgehalt ist sie ähnlich wie Kuhmilch, Kamelmilch hat aber mehr Vitamin C. In nordafrikanischen und arabischen Ländern wird sie industriell hergestellt. Es gibt sogar Glace aus Kamelmilch. In den USA kostet ein Liter Kamelmilch so viel wie eine gute Flasche Wein. 

Stutenmilch 

Die Mongolei und Russland sind die Regionen, wo die Nutzung von Stutenmilch Tradition hat. Vereinzelt wird sie in der Schweiz hergestellt. Stutenmilch wird auch in der Kosmetik eingesetzt. 

Eselsmilch 

Bereits Kleopatra soll in Eselsmilch gebadet haben. Ihr werden auch heute noch heilende Wirkungen, etwa bei Hauterkrankungen und Allergien, nachgesagt, was allerdings umstritten ist. 

Walmilch 

Zum Schluss noch die Superlative. Blauwale, mit bis zu 33 Metern Länge die grössten Tiere der Erde, sind Spitzenreiter, was die Milchmenge betrifft. Ein Blauwalkalb trinkt bis zu 190 Liter pro Tag. Muss es auch, schliesslich gilt es, pro Stunde 3.6 Kilogramm an Gewicht zuzulegen.

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